Was gesagt werden muß

Ein Gedicht von Nobelpreisträger Günther Grass (Die Blechtrommel) Erstschlags Theorie Israel visa Iran. Großes Geschrei in den Medien. Israel erklärt Günther Grass zur Persona Nongrata. Der Nobelpreisträger ein Antisemit? Das ist schlicht Absurd. Der Mann, der wohl bei der Waffen SS war, der den Krieg erlebt hat, aber auch welche Denkschemata dazu geführt haben. Warum will Israel sich nicht kritisieren lassen, zu mal diese Kritik in Gedichtform geschrieben wurde, und hier unterliegt diese Kritik der dichterischen Freiheit. Denn der Schriftsteller allzumal der Sozialkritische Schriftsteller, wie eben G.Grass, will mit seinen Zeilen auch Provozieren, und die Menschen zum Nachdenken anregen. Sicher der Iran, und das ganze Gezeter rundherum zeigt schließlich wie nervös die Menschen reagieren, will seine Forschungen im Bereich der Atomenergie nicht kontrollieren lassen. Der Atomwaffensperrvertrag und folge Verträge wurden vom Iran nicht unterzeichnet. Aber die Reaktion in der Welt zeigen wie wichtig diese Kontrollmöglichkeiten sind, um damit mehr Sicherheit in der Welt zu schaffen, vor allem auch das Gefühl der Sicherheit zu schaffen, dass es uns Ermöglicht ein besseres Vertrauensverhältnis der Völker untereinander zu schaffen. Nun ist aber auch Israel diesem Atomwaffensperrvertrag, genau wie Indien, Pakistan und der Iran, nicht beigetreten. Es werden in Israel Atomwaffen vermutet, nur kann dies nicht Überprüft werden. Frage nun? Warum soll der Iran sich kontrollieren lassen, und die anderen Staaten wie Israel, Indien und Pakistan nicht? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen, oder liegt es einfach nur daran dass die Perser Moslems sind?.

 

Was gesagt werden muss

Von Günter Grass
Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.
Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten –
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt ‚Antisemitismus‘ ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.
Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche belastet genug –
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

Das ist das Gedicht worum der hässliche Streit geht. Ich glaube der Mann wollte uns damit alle Provozieren über die Welt und auch die Brüchigkeit des Friedens Nachzudenken. Das wollen kritische Geister, wie es Günther Grass eine ist, doch sowieso. Ich meine auch Israel und seine Menschen sollten sich darüber Gedanken und sich mit diesen Worten auseinandersetzten, das würde auch Ihnen gut zu Gesicht stehen. Denn sie müssten doch am besten Wissen, wohin Vorurteile führen können.

Das Grass-Gedicht und die Folgen (Deutsche Welle)

Red. Dennis  11.4.2012

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